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Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen teilen und erläutern, was uns widerfahren ist. Vielleicht hilft es anderen, die ebenfalls über eine Adoption nachdenken. Unser erster Gedanke war, einem Hund aus dem Tierheim ein liebevolles Zuhause zu geben. Es ist traurig zu wissen, wie viele Tiere dort auf eine Chance warten – Tiere, die oft keine „Problemhunde“ sind, sondern durch Vernachlässigung oder Misshandlung in schwierige Situationen geraten sind. Ihr Verhalten ist eine Folge der erlebten Traumata. Ein Hund sollte daher nicht nach seinen Fehlern, sondern nach seinem Wesen betrachtet werden. Wir haben uns bewusst für einen Hund aus dem Tierheim entschieden, auch wenn wir mehrfach gewarnt wurden. Nach mehreren Treffen entschieden wir uns, den Hund auf Probe zu uns zu holen. Leider stellte sich nach und nach heraus, dass er mit der städtischen Umgebung und dem Lärm überfordert war. Er reagierte verteidigend und aggressiv gegenüber anderen Hunden, was besonders problematisch war, weil viele Hunde in der Stadt trotz Vorschrift frei herumliefen. Trotz der Leinenpflicht gab es oft Situationen, in denen wir unseren Hund verteidigen mussten, da er mit mehreren freilaufenden Hunden konfrontiert war. Er zeigte ähnliche Probleme im Haus, besonders wenn es klingelte oder Geräusche aus der Umgebung kamen – er war ständig in Alarmbereitschaft. Aber auf dem Land, abseits der Stadt, wurde er ruhiger und ausgeglichener. Ein weiteres Problem war, dass der Hund bereits Vorfälle mit Bissen hatte und ein Ressourcenproblem aufwies, was dazu führte, dass er nicht zu Kindern vermittelt werden sollte. Trotz dieser Warnung entschieden wir uns, ihn bei uns zu behalten. Leider kam es zu einem Bissvorfall, der für eine Person eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machte. Es war ein Unfall während des Ballspiels, aber es zeigte, dass der Hund nicht immer kontrollierbar war. Trotz dieser Herausforderungen bemühten wir uns intensiv um ihn. Eine erfahrene Hundetrainerin unterstützte uns von Anfang an. Die Hundeschule war aufgrund seiner Probleme mit anderen Hunden nicht möglich, daher entschieden wir uns für Einzeltherapie, was sehr teuer war. Zudem versorgten wir ihn mit allem, was er brauchte – von der medizinischen Betreuung bis zur passenden Ausrüstung. Der Hund war stets ein vollwertiges Familienmitglied und wir sorgten dafür, dass er auch in den Urlaub mit uns kam. Nach zwei Monaten schweren Herzens mussten wir uns jedoch entscheiden, ihn wieder ins Tierheim zu bringen. Es war eine schmerzliche Entscheidung, da wir mit dem festen Wunsch gestartet waren, ihm ein Zuhause zu geben. Wir haben diese Verantwortung stets ernst genommen und alles getan, um ihm zu helfen. Der Abschied war emotional, und es fiel mir schwer, ihn nicht mehr bei mir zu haben. Trotz allem möchte ich betonen, dass Tiere im Tierheim eine Chance verdienen. Sie brauchen Menschen, die verstehen, dass jedes Verhalten eine Geschichte hat. Auch wenn es bei uns nicht geklappt hat, hoffe ich, dass unser ehemaliger Schützling eines Tages ein passendes Zuhause findet, vielleicht in einer ruhigeren Umgebung, wo er sich sicherer fühlt. Das Tierheim stellt hohe Anforderungen, um den Tieren langfristig ein gutes Zuhause zu bieten, und ich schätze das sehr. Aber was mich besonders traurig gemacht hat, war die Übergabe des Hundes. Ich durfte mich nur kurz verabschieden, und nach einer kurzen Erklärung wurde mir gesagt, ich solle den Bewerbungsbogen für eine neue Adoption ausfüllen, da derzeit keine Welpen zur Verfügung standen. Auch die Schutzgebühr von 350 € war nicht erstattbar. Ich fand das Verfahren eher nüchtern und enttäuschend. Für das größte Tierheim in Europa mag das Tagesgeschäft sein, aber für mich war der Umgang – sowohl mit dem Hund als auch mit mir als Adoptierenden – emotional enttäuschend. Es war schwer, den Hund wieder dort zu lassen, nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben. Trotz allem wünschen wir unserem ehemaligen Schützling von Herzen alles Gute und hoffen, dass er eines Tages das passende Zuhause findet.